🧠 Mindset Shift
💬 KI sagt: „Lass mal über deine Karriere reden.“
Es gibt so Momente, da fühlt sich die Zukunft nicht aufregend an, sondern eher wie jemand, der unangekündigt vor der Tür steht. So ungefähr stelle ich mir das vor, wenn man Jura studiert hat. Zumindest nachdem ich die ZDF-Doku „ForecastME“ gesehen habe. Da hat man sich durch unendliche Gesetzestexte und die stressigsten Examen gequält und plötzlich kommt eine KI um die Ecke, die sagt: „Interessant. Wollen wir mal sehen, wie lange dein Beruf noch so funktioniert.“ Autsch.
Genau darum geht es in besagter Doku. Zwei junge Juristen, Flora und Ali, lassen sich von einer KI aufzeigen, wie ihr Job in Zukunft aussehen könnte. Allein diese Idee trifft schon einen Nerv, oder?
Weil es eben nicht nur um Jura geht. Es geht um dieses Gefühl, das vermutlich ganz viele gerade haben: Was von dem, was ich heute kann, wird morgen noch wichtig sein? Und was davon macht bald irgendein KI-Tool schneller und besser?
KI klingt natürlich erstmal praktisch. Gerade bei Recherchen, Routineaufgaben, Vorbereitungen sind viele Tools bereits effizienter als Menschen. Super. Aber gleichzeitig fragt man sich auch: „Wozu bin ich dann noch hier?“
Das Video zeigt, KI kann gerade im Rechtsbereich schon ziemlich viel. Mietverträge prüfen, Standardfragen beantworten, erste Einschätzungen liefern. Beeindruckend, aber auch unbequem. Denn viele Aufgaben, auf die wir heute Zeit anwenden, sind vielleicht gar nicht so unersetzlich, wie wir denken. Insbesondere alles, was nach einem bestimmten Muster funktioniert, wiederholbar ist und klare Regeln hat, lässt sich gut automatisieren. Das kann weh tun, denn Arbeit ist für viele ja nicht nur Geld verdienen, sondern auch Identität, Kompetenz und das Gefühl gebraucht zu werden. Wenn sich dann eine KI genau in diesen Bereich reindrängelt, fühlt es sich persönlich an.
Und jetzt kommt das dicke ABER. Die Doku zeigt auch, dass der Mensch nicht einfach aus der Gleichung verschwindet. Denn deine Arbeit ist nicht nur „Wenn A, dann B“. Übernehmen wir doch mal das Beispiel des Anwalts: Menschen kommen nicht nur mit Fällen, sondern eben auch mit Ängsten, Stress, Wut, Unsicherheiten. Und dann braucht es jemanden, der nicht nur Informationen sortieren kann, sondern die Situation gefühlsmäßig versteht. Und hier kommen wir wieder ins Spiel.
Eine KI kann vielleicht sagen, was im Vertrag steht, aber sie kann nicht zwischen den Zeilen lesen. Sie kann keine Verantwortung übernehmen, wenn es ernst wird. Ich finde, genau hier wird es spannend. Nicht bei der Frage, ob KI etwas kann, sondern bei der Frage, was Menschen besser können. Wir müssen gar nicht darum kämpfen, jede einzelne Aufgabe zu behalten. Wir müssen zuhören, einordnen, abwägen, Verantwortung übernehmen, Komplexität aushalten und Entscheidungen treffe, wenn eben nicht alles eindeutig ist.
Was du dir behalten solltest:
KI wird nicht irgendwann Teil deiner Arbeitswelt. Sie ist es schon. Und ja, deine Standardaufgaben werden sicher unter Druck geraten, aber das heißt nicht automatisch, dass dein Beruf einfach so verschwindet. Es heißt eher, dass dein Job ein Upgrade bekommt. Vielleicht willst du es gar nicht, aber du bekommst es trotzdem.
Frag dich also „Welche Teile meines Jobs sollte und kann KI übernehmen und welche auf keinen Fall?“
Denn wer KI nur ignoriert, wird es schwer haben. Nicht weil Menschen plötzlich wertlos werden, sondern weil sich die Standards verschieben. Heute ist niemand mehr beeindruckt, wenn man gut googeln kann. Es wird einfach erwartet. Mit KI wird es vielleicht genauso.
Wenn du mich fragst…
Der Gedanke, dass KI uns pauschal ersetzt, ist zu simpel. Aber ich glaube, dass Menschen ersetzt werden, die sich gegen Veränderung sträuben. Das klingt hart, aber es gibt auch Hoffnung, denn es bedeutet, dass wir nicht machtlos sind. Wir müssen keine Tech-Genies werden. Wir müssen nicht jeden Hype mitmachen und wir müssen nicht alles in einen Prompt verwandeln. Aber wir sollten neugierig bleiben, uns mit neuen Dingen auseinandersetzen, Fragen stellen und versuchen zu verstehen.
Menschlichkeit ist kein Soft Skill, den du ans Ende deines Lebenslaufes schreiben solltest. Sie ist das, was deine Arbeit in einer KI-geprägten Welt wertvoll macht.