👋 TGIF #12

⚽ Was Teams wirklich stark macht – Spoiler: Es sind nicht nur die Stars

 

19. Juni 2026

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Freitag. Endlich. 🥹

Die Woche ist fast durch und die WM hat schon ein paar Überraschungen geliefert: Spanien nur 0:0 gegen Kap Verde, Portugal nur 1:1 gegen die DR Kongo. Wer tippt so etwas bitte?! Genau deshalb ist Fußball doch irgendwie so spannend. Auf dem Papier scheint vieles klar zu sein, bis der Ball rollt und plötzlich alles anders kommt. Vielleicht lag’s an der Aufstellung. Vielleicht am Momentum. Vielleicht einfach daran, dass große Namen allein eben nicht immer reichen. Und sind wir ehrlich: Im Arbeitsalltag ist das manchmal gar nicht so anders. Auch dort entscheidet sich erst im Zusammenspiel, ob aus guten Einzelnen wirklich ein starkes Team wird. Mit diesem Gedanken starten wir heute in den Freitag.

Let’s go! 🚀

🧠 Mindset Shift

😉 Ein Team ist nicht automatisch gut, nur weil gute Leute drin sind

Es gibt diesen einen Denkfehler, den man in Unternehmen ziemlich oft sieht: Wenn wir gute Leute einstellen, wird daraus automatisch ein gutes Team. Wäre schön. Ist aber leider nicht so. Gute Leute sind wichtig, keine Frage. Aber ein Team ist mehr als die Summe seiner Lebensläufe, Skills und LinkedIn-Buzzwords. Ein Team funktioniert erst dann wirklich, wenn die Menschen nicht nur nebeneinander arbeiten, sondern miteinander.

Im Fußball würde niemand sagen: „Stellt einfach elf starke Spieler auf den Platz, der Rest passiert schon.“ Da braucht es eine Idee, eine Formation, Rollen, Abstimmung, Wechsel und Kommunikation. Und manchmal auch jemanden, der merkt: So wie wir gerade spielen, wird das nichts.

Im Job dagegen passiert genau dieses „Der Rest wird sich schon finden“ erstaunlich oft. Da starten Projekte, ohne dass Zuständigkeiten sauber geklärt sind. Es werden Aufgaben verteilt, aber Entscheidungen bleiben schwammig. Da wissen alle ungefähr, worum es geht, aber niemand so richtig, wer den Hut aufhat. Und dann wundert man sich, dass Dinge länger dauern, doppelt gemacht werden oder irgendwo zwischen Teams, Tools und Terminen verschwinden. Das ist nicht unbedingt Chaos. Aber es ist auch nicht wirklich Spielkontrolle.

Die lautesten Rollen sind nicht immer die wichtigsten

In jedem Team gibt es sichtbare Rollen. Zum Beispiel die Person, die präsentiert und verkauft oder die Person, die Entscheidungen nach außen vertritt. Solche Rollen fallen auf. Sie bekommen Aufmerksamkeit. Sie stehen oft vorne. Aber jedes funktionierende Team hat auch Menschen, die weniger sichtbar sind und trotzdem extrem viel tragen, weil sie merken, wenn eine Info fehlt. Weil sie Zusammenhänge sehen, bevor andere das Problem überhaupt bemerkt haben. Die, die im Hintergrund sortieren, nachhalten, erinnern, beruhigen, verbinden. Die, die nicht laut sind, aber dafür stabil. Genau diese Menschen werden im Alltag gerne unterschätzt, weil ihre Arbeit oft erst auffällt, wenn sie wegfällt.

Dann merkt man plötzlich, dass niemand weiß, wo bestimmte Infos liegen. Dass Deadlines nur gehalten wurden, weil eine Person ständig mitgedacht hat. Dass der Prozess eigentlich gar nicht so gut war, sondern nur von jemandem gerettet wurde, der sehr belastbar ist. Das ist ein super großes Risiko, denn wenn ein Team nur funktioniert, weil einzelne Menschen alles auffangen, ist es nicht stabil. Es hat nur Glück.

„Alle sind verantwortlich“ heißt oft, dass niemand verantwortlich ist

Einer der gefährlichsten Sätze in Teams klingt erstmal total harmlos: „Das machen wir gemeinsam.“ Kann aber auch heißen: Niemand ist wirklich zuständig. Das Problem ist selten fehlende Motivation. Meistens wollen alle einen guten Job machen. Aber Motivation ersetzt keine Klarheit. Wenn Rollen unklar sind, wird Zusammenarbeit anstrengend. Nicht, weil Menschen schwierig sind, sondern weil das System ihnen das Arbeiten schwer macht. Da lohnt sich der Blick auf die Aufstellung. Nicht im Sinne von „Wer ist gut, wer ist schlecht?“, sondern im Sinne von:

Wer spielt gerade welche Rolle?
Wer übernimmt zu viel?
Wer hängt in Aufgaben fest, die gar nicht zu seiner eigentlichen Stärke passen?
Wo fehlt jemand, der Struktur reinbringt?
Wo fehlt jemand, der Entscheidungen trifft?

Gute Zusammenarbeit braucht mehr Klarheit

Teamgeist klingt oft nach etwas Weichem. Nach netten Offsites, Kuchen in der Küche und vielleicht einem gemeinsamen Foto auf der Karriereseite. Alles schön, aber lange nicht genug. Echter Teamgeist zeigt sich nicht bei Sonnenschein, sondern wenn es eng wird. Wenn ein Projekt kippt, eine Person ausfällt, ein Kunde plötzlich etwas anderes will oder das neue Tool nicht funktioniert wie versprochen. Dann merkt man, ob ein Team wirklich eins ist.

Gute Teams schaffen es, Probleme anzusprechen, ohne sofort Schuldige zu suchen. Sie ändern den Plan, wenn er nicht mehr passt. Sie geben Informationen weiter, statt sie in privaten Chats zu vergraben. Sie fragen nicht nur: „Wer hat das verbockt?“, sondern: „Was brauchen wir jetzt?“ Das klingt vielleicht unspektakulär, macht aber im Alltag einen starken Unterschied.

Dein Team braucht eigentlich gar keinen Neuzugang

In vielen Unternehmen ist der erste Reflex bei Überlastung: Wir brauchen mehr Leute. Ja, manchmal ist da so, aber manchmal ist es eben nur ein Teil der Wahrheit. Wie wäre es denn erstmal mit einer besseren Sortierung der Personen, die schon da sind? Klarere Zuständigkeiten, weniger doppelte Arbeit, bessere Dokumentation, eine Entscheidung darüber, wer entscheidet.

Das ist extrem hilfreich, denn eine gute Aufstellung bedeutet nicht, dass alle perfekt funktionieren müssen. Sie bedeutet, dass das Team so organisiert ist, dass Menschen nicht ständig gegen Strukturen arbeiten müssen – ein riesiger Unterschied.

Dein kleiner Reminder

Beim Fußball reden nach dem Spiel alle über Tore. Im Arbeitsalltag reden wir oft über Ergebnisse. Aber die entscheidende Frage ist eigentlich: Was musste im Hintergrund passieren, damit dieses Ergebnis überhaupt möglich wurde?

Wer hat vorbereitet?
Wer hat abgesichert?
Wer hat sortiert?
Wer hat Risiken früh gesehen?
Wer hat verhindert, dass aus einer kleinen Unklarheit ein großes Problem wird?

Gute Teams erkennt man nicht nur daran, wer vorne trifft, sondern daran, wie gut alle wissen, warum sie auf dem Feld stehen.

🙌 Quick Check

✅ Der Reality-Check für dein Team

Nur 15 Minuten, ein ehrlicher Blick und drei konkrete Erkenntnisse. Such dir nächste Woche einen ruhigen Moment und geh diese Fragen durch.

1) Weiß wirklich jeder, wofür er zuständig ist?

Klingt basic, ist aber oft genau der Schmerzpunkt. Frag dich:

Gibt es Aufgaben, die immer wieder irgendwo hängen bleiben?
Gibt es Themen, bei denen mehrere mitreden, aber niemand entscheidet?
Gibt es Personen, die offiziell wenig Verantwortung haben, aber praktisch ständig alles retten?
Wissen neue oder vertretende Personen schnell, an wen sie sich wenden müssen?

👉 Wenn bei einer simplen Zuständigkeitsfrage drei unterschiedliche Namen fallen, habt ihr kein Kommunikationsproblem. Ihr habt ein Klarheitsproblem.

2) Was kostet euch unnötig Energie?

Nicht jede nervige Aufgabe lässt sich vermeiden, aber manche Dinge sind einfach unnötig kompliziert. Schau auf eure letzten zwei Wochen:

Wo wurde doppelt gearbeitet?
Welche Info musste mehrfach gesucht werden?
Welche Abstimmung war eigentlich überflüssig?
Welcher Prozess fühlt sich jedes Mal schwerfällig an?

👉 Der Satz „Es nervt jedes Mal, wenn wir …“ ist oft der schnellste Weg zur Wahrheit.

3) Habt ihr echte Prozesse oder Menschen mit gutem Gedächtnis?

Manchmal sieht ein Ablauf stabil aus, ist es aber nicht. Er funktioniert nur, weil eine bestimmte Person alles weiß. Das ist gefährlich fürs Team. Frag dich:

Welche Aufgaben hängen an einzelnen Köpfen?
Was wäre weg, wenn diese Person zwei Wochen nicht da ist?
Wo ist Wissen nicht dokumentiert?
Welche Abläufe funktionieren nur durch Zuruf?

👉 Wenn ein Prozess zusammenbricht, sobald eine Person Urlaub hat, ist es kein Prozess. Es ist Abhängigkeit.

4) Finden alle die Infos, die sie brauchen?

Transparenz heißt nicht, dass alle alles wissen müssen. Aber relevante Informationen sollten nicht wie ein Escape Room funktionieren. Prüfe:

Sind Aufgaben und Fristen sichtbar?
Gibt es einen gemeinsamen Überblick über offene Themen?
Wissen Teammitglieder, woran andere gerade arbeiten?
Liegen wichtige Infos gesammelt an einem Ort oder verteilt in Mails, Chats, Listen und Köpfen?

👉 Wenn die Antwort auf „Wo finde ich das?“ meistens „Frag mal XY“ lautet, ist das kein Wissensmanagement.

5) Was könnt ihr konkret ändern?

Der wichtigste Teil kommt am Ende. Nicht alles auf einmal, sondern einfach ein nächster Schritt. Frag dich:

Was kostet uns gerade am meisten Zeit?
Was würde sofort Entlastung bringen?
Welche Entscheidung ist überfällig?
Welche Aufgabe braucht eine klare Zuständigkeit?
Welcher Prozess sollte endlich dokumentiert werden?

👉 Ein guter nächster Schritt klingt nicht wie „Wir sollten uns mal besser organisieren“. Er klingt so: „Bis Freitag legen wir fest, wer Bewerbungen prüft und wo der Status gepflegt wird.“ Oder: „Wir schauen uns ein Webinar zur digitalen Personalakte an, weil unser aktueller Dokumentenprozess einfach zu viel Suchzeit frisst.“ Je konkreter, desto besser.

Nach 15 Minuten solltest du drei Sätze ausfüllen können:

Unser größter Energie-Fresser ist: …
Das ist vermutlich nicht das Problem einzelner Menschen, sondern: …
Unser nächster kleiner Schritt ist: …

Mehr braucht es erstmal nicht, denn Veränderung startet selten mit dem perfekten Masterplan. Meistens startet sie damit, dass jemand ehrlich sagt: „So wie es gerade läuft, ist es unnötig schwer.“

>> Mit den kostenlosen Webinaren der DPS|BS machst du den ersten Schritt hin zu funktionierenden Prozessen.

Das war’s für diese Woche. Merke: Teams brauchen nicht nur gute Leute, sondern ebenso Klarheit, Struktur und ein gemeinsames Verständnis davon, wie sie zusammenspielen wollen.

Also: Nächste Woche vielleicht einmal kurz hinterfragen: Spielen wir als Team oder laufen wir nur gleichzeitig los?

Bis in zwei Wochen und happy Friday! ✨

Felix

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